Interview mit Blogger und Autor Walter Epp von schreibsuchti.de


Mein erstes Interview in 2018 durfte ich mit dem erfolgreichen Blogger und Autor Walter Epp führen. Walter betreibt einen sehr erfolgreichen Blog unter schreibsuchti.de zum Thema Bloggen und wie du mit einem Blog Geld verdienen kannst.

Er schreibt sehr lebendig und fesselt seine Leser, wie ich finde.  

1.Wie bist du zu deiner jetzigen Leidenschaft, dem Schreiben, gekommen? War das Schreiben immer eine Leidenschaft von dir? 

Nein, das Schreiben war nicht immer meine Leidenschaft. Im Abitur habe ich das Fach Deutsch gehasst – vielleicht lag das aber auch an den Themen und dem Lehrer.

Jedenfalls habe ich nie davon geträumt, ein Schriftsteller bzw. Blogger zu werden. Bis ich 2006 das erste Mal mit Blogs in Berührung gekommen bin. Ich habe sofort Freude daran gefunden, Artikel zu publizieren.

Der Gedanke, dass mich die ganze Welt lesen kann, war schon irgendwie elektrisierend.

Allerdings habe ich das dann nicht weiterverfolgt und habe mich meinem Jura-Studium gewidmet. Das habe ich 2012 abgeschlossen. Im selben Jahr wurde auch meine Tochter geboren und es war ein Jahr der Veränderung für mich.

Ich habe viel über den Sinn des Lebens, speziell den Sinn meiner Arbeit nachgedacht. Und kam zu dem Ergebnis: Jura ist nicht mein Ding.

Da ich seit 2011 schon als freier Mitarbeiter beim Handelsblatt Online aushalf, war meine Liebe zum Publizieren (und Bloggen) wiedererwacht.

Als ich dann noch andere Blogger fand, die vom Bloggen (gut) leben konnten, stand für mich die Entscheidung fest: Ich werde Blogger.

2012 habe ich dann schreibsuchti.de gegründet und seitdem hat mich diese Leidenschaft nicht mehr losgelassen.

Wie man seine Leidenschaft findet? Durch ausprobieren.

Durch rumsitzen und nachdenken wäre ich niemals auf das Bloggen gekommen. Nur, weil ich es mal ausprobiert habe, ist meine Leidenschaft geworden

2. Du schreibst, auf deinem Blog, das du von deinem Blog schreibsuchti.de leben kannst.
   Wie lange hat es gedauert bis du deinen „langweiligen Job“ kündigen konntest?

2014 habe ich mit Jura aufgehört. Also 2 Jahre nachdem ich schreibsuchti.de gegründet hatte.

Ich habe mich 2014 als Autor, Blogger und Texter selbständig gemacht. Das meiste Geld verdiente ich damals natürlich noch als Dienstleister: also als Texter.

Ich habe für Webseiten getextet, Blogartikel geschrieben und als Ghostwriter Artikel publiziert.

Das ist übrigens mein Tipp für alle, die möglichst schnell aus ihren „langweiligen oder gehassten“ Job aussteigen wollen: Beginnt mit einer Dienstleistung. Das ist der schnellste und sicherste Weg, um mit seiner Leidenschaft Geld zu verdienen.

Heute sieht die Situation natürlich schon anders aus. Dienstleistung ist bei mir nur noch ein kleiner Teil meiner Tätigkeit. Das meiste Geld verdiene ich mittlerweile passiv.

3. Welche Schritte sollte man gehen und beachten, wenn man einen professionellen
    Blog aufbauen möchte, mit dem auch Geld verdienen kann.

Dazu muss man eine Schnittmenge aus 3 Dingen finden:

  • Deine Leidenschaft (Sagen wir zum Beispiel Aktien)
  • Ein Publikum, das groß genug ist, aber nicht zu groß
  • Dein Können (diesen Punkt kann man allerdings ausbauen)

Finde unbedingt ein Thema, das dir am Herzen liegt. Denn einen Blog betreibt man mindestens 5 Jahre. Idealerweise noch länger.

Du musst also ein Thema finden, über das du hunderte Blogartikel schreiben kannst. Das geht nur, wenn du für das Thema brennst. Das ist Bedingung Nr.1.

Weiterhin muss es auch genug Menschen geben, die sich ebenfalls für das Thema interessieren. Nehmen wir an, deine Leidenschaft ist die Deutung von Wolkenbildern unter Berücksichtigung chinesischer Dichtung.

Damit bist du zwar wahrscheinlich „Marktführer“, aber nur deshalb weil es keinen „Markt“ gibt.

Es muss genug Menschen geben, die sich für das gleiche Thema wie du begeistern. Und idealerweise sollte das Thema ein Dauerbrenner sein. Autos, Familie, Sex, Gesundheit, Sport, Marketing, Business, Design sind gute Themen.

Hochzeit, Bewerbung und Schwangerschaft sind dagegen nicht so ideal, weil sich Leser in der Regel nur wenige Monate für diese Themen interessieren. Natürlich gibt es zu diesen Themen auch gute Portale. Nur ich glaube nicht, dass sie langjährige Kunden und Leser haben. Aber gerade das will man ja als Blogger.

Und man muss das Blog-Thema, um Geld zu verdienen, zumindest etwas beherrschen. Man muss in gewisser Hinsicht ein „Experte“ sein. Dieser Begriff ist sehr dehnbar und natürlich wird man mit der Zeit besser. Ich war auch kein Weltklasse-Texter als ich schreibsuchti.de startete. Aber ich war immerhin besser als so manch andere. Das reicht auch für den Anfang.

Hier ist ein Schaubild, dass das nochmal zusammenfasst:

So findest du dein Blog Thema

4. Welchen Zeitaufwand, neben dem Job, muss der Blogbetreiber einrechnen um in
    absehbarer Zeit, zu den erfolgreichen Bloggern zu gehören?

Ich sage als Faustregel, dass man 10 Stunden pro Woche in seinen Blog stecken sollte, wenn man ernsthafte Ergebnisse sehen möchte.

Als Tipp empfehle ich immer: 2 Stunden früher schlafen gehen. Dafür 2 Stunden früher aufstehen und an dem Blog arbeiten, bevor man zur „echten“ Arbeit geht.

So habe ich es von 2012 bis 2014 gemacht.

5. Welche Quellen nutzt du um mit deinem Blog Einnahmen zu erzielen?

Hier habe ich 3 Hauptsäulen:

  • Meine Mitgliederseite schreibclan.de
  • Meine digitalen Produkte und E-Books
  • Meine Dienstleistungen und Beratung

Das größte Einkommen generiert bei mir der Schreibclan (mehrere tausend Euro pro Monat). Danach kommen meine Dienstleistungen und Beratungsleistungen, die ich nicht aktiv bewerbe, die bei mir aber auch noch einige tausender einbringen. Die dritte Säule, die digitalen Produkte wie E-Books bringen ca. 1.000 Euro pro Monat, machen allerdings auch den geringsten Aufwand bei der Wartung und beim Marketing.

Weiterhin habe ich auch Affiliate Marketing im Mix. Da ich damit allerdings im Monat unter 1.000 Euro verdiene, sehe ich es nicht als Standbein, sondern als nettes Taschengeld an. Jedenfalls liegt in dieser Einkommensquelle nicht mein Fokus.


6. Kannst du uns kurz skizzieren, wie du es geschafft hast, für dich wichtige
    Keywords, weit vorne bei Google platziert zu haben? 

Skizzieren ja. Die Details würden hier den Umfang sprengen, weshalb ich das Thema auch umfassend in meinem Video-Kurs „Hack-Google“ behandle.

Grundsätzlich sollte man diese Schritte gehen:

Großartigen Content erstellen, der besser ist als der Rest im Internet. Vor allem, was Verweildauer angeht, denn das ist ein wichtiger Ranking-Faktor.

Man sollte Keywords raussuchen, die nicht zu viel, aber auch nicht zu wenig Traffic haben. Also genau die goldene Mitte finden. Ich sage immer: Ca. 1000 Suchanfragen pro Monat ist ideal. Da ist die Konkurrenz nicht zu stark und der Aufwand lohnt sich immer noch.

Backlinks auf diesen Content bekommen. Der beste Content bringt dir nichts, wenn du keine Backlinks bekommst. Backlinks sind immer noch einer der wichtigsten Faktoren für dein Google-Ranking. Backlinks habe ich überwiegend durch Gastbeiträge, Ankerseiten und interne Verlinkung aufgebaut.

Den Content promoten. Wenn du niemandem von deinem Content erzählst, dann wird ihn auch niemand verlinken. Deshalb ist es wichtig, dass du den richtigen Leuten von deinen Artikeln erzählst.

Zuerst für Menschen schreiben, dann für Google optimieren. Schreibe niemals für Suchmaschinen. Google ist längst nicht mehr so dumm und erkennt SEO-Texte sofort und straft sie ab. Entscheidend ist für Google, dass User möglichst lange lesen und die Antwort auf ihre Problem finden. Deshalb schreibe für Menschen und versuche sie so lange wie möglich im Text zu halten, ohne sie zu langweilen. Erst im Nachhinein solltest du für Google optimieren. Sprich: Headline anpassen, Meta-Tags anpassen etc.

7. Welche Rolle spielt das E-Mail Marketing auf deinem Blog bzw. generell für dein
    Business? Wie setzt du dieses ein?

E-Mail ist für mich der wichtigste Kanal, um mit meinem Fans und Lesern zu kommunizieren. Mein Fokus liegt darin, eine gute E-Mail-Liste mit interessierten Lesern aufzubauen.

Warum E-Mail und nicht Facebook und Co? Weil E-Mail keinen Algorithmus hat, der mir alles zerstören kann. Erst vor kurzem hat Facebook seinen Algorithmus geändert und damit die Reichweite aller Facebook-Pages nach unten geprügelt. Bei E-Mail kann das nicht passieren.

Außerdem ist die Aufmerksamkeit bei E-Mail viel höher als bei Social Media. Für die meisten ist Social Media immer noch „Spaß“ und E-Mail ist der „Ernst des Lebens“.

Ich schreibe relativ oft E-Mails an meine Liste, um mit ihnen im Kontakt zu bleiben. Ich teile exklusive Tipps und Tricks, die NICHT auf dem Blog erscheinen. So gibt es eine gewisse Exklusivität in meiner Liste und die Menschen haben einen Grund, drin zu bleiben.

Das ist auch schon mein wichtigster Tipp bezüglich E-Mail: Die Liste muss so wertvoll sein, dass die Menschen Angst haben, NICHT abonniert zu sein.

Meine E-Mail-Liste bekommt fast 3x mehr Content als auf dem Blog erscheint. Echte handfeste Tipps. Das funktioniert bisher sehr gut – schließlich mache ich über E-Mail auch die meisten Verkäufe.

Dabei sollte man nie vergessen: E-Mails sollten dem Leser Spaß machen. Sei niemals langweilig ist Gebot Nr.1 beim E-Mail-Marketing.

LG, Walter

Walter Epp

Über den Autor:

Walter Epp ist Blogger, Autor und Vater von drei Kindern. Auf seinem Blog schreibsuchti.de hilft er Bloggern, besser zu schreiben, ein Publikum aufzubauen und damit dann auch Geld zu verdienen. Du weißt nicht, was du als nächstes schreiben sollst? Hol dir hier kostenlos seine 11 Rezepte für unglaublich erfolgreiche Blogartikel.