Interview zum Thema Zeitmanagement

Mein erstes Interview hier in meinem Blog durfte ich mit dem Zeitmanagement Experten Benjamin Floer führen. Benjamin ist Pastoralreferent und beschäftigt sich auf seinem Blog u.a mit den Themen:

  • Wie kann ich mehr Zeit für mich im Alltag gewinnen?
  • Wie kann ich meiner täglichen Tretmühle entkommen?
  • Welche Zeitmanagement Tools sind sinnvoll im täglichen Einsatz? 

1. Wie kommt ein Theologe ( Pastoralreferent) auf die Idee, sich so intensiv mit dem Thema Zeitmanagement auseinander zu setzen?

Als ich nach dem Studium meine Ausbildung in der Gemeinde begann ,sprudelte ich vor Ideen. Es gab unzählige Projekte, die ich umsetzen wollte. Hinzu kamen immer mehr Wünsche von Kollegen und Gemeindemitgliedern. Ich fühlte mich auf dem Hoch meiner Schaffenskraft, dabei war ich längst schon auf dem Weg nach unten.

Denn es gibt keine Arbeitszeit, keinen Alltag, kein „Fertig“ und auch keinen Feierabend. Für all das müssen wir selbst sorgen und sind dabei hin und her gerissen zwischen Arbeitgeber, Vorgesetztem, Erwartungen der Gremien und Gruppen, Wünschen der Familie, dem eigenen Anspruch und auch unserer persönlichen Spiritualität.

Der Stress wurde immer mehr und drohte mir die Freude an meiner Tätigkeit kaputt zu machen.

Mir wurde klar, dass ich mich anders organisieren musste, wenn ich auf Dauer glücklich sein möchte. Ich suchte nach Formen die nötige Büroarbeit zu minimieren. E-Mails besser und einfacher zu bearbeiten. Den Kalender realistisch zu planen. Und meine Aufgaben strukturiert zu verwalten.

Kurz: ich brauchte ein zum Beruf und zu mir passendes Zeitmanagement.

2. Wie organisierst du deinen Arbeitsalltag?

z.B.: Womit fängst du an?   Wie legst du deine Pausen?  Welche Tools setzt du für dich ein?

Da sind ganz schön viele Fragen auf einmal. Ich möchte gerne drei Dinge nenne, die den größten Einfluss auf mein Leben haben.

1. Ich starte jeden Tag mit einer festen Morgenroutine. Jeder Tag beginnt bei mir gleich, unabhängig wann oder wo der Tag beginnt. Normalerweise starte ich um 4.45 Uhr in den neuen Tag. Ich mache mich kurz frisch und nehme mir Zeit für ein kurzes Gebet. Anschließend genieße ich meinen ersten Kaffee des Tages in Ruhe mit einem guten Buch. Dann wird ein bisschen geschrieben und ein ganz kleines bisschen geturnt.

Doch Achtung: eine Morgenroutine kann man nicht kopieren. Sie muss zum eigenen Alltag und den eigenen Vorlieben passen. Mehr Anregungen gibt es auf benjaminfloer.com

2. Meine P1 Aufgabe.
Jeden Dienstag plane ich die vor mir liegende Woche (der Dienstag ist mein erster Wochentag). Bei der Planung lege ich für jeden Tag die wichtigste Aufgabe fest. Das ist eine Aufgabe, die eine möglichst große Auswirkung hat. Diese Aufgabe erledige ich jeden Tag als aller erstes. Diese Aufgaben sind so wichtig, dass der Tag ein Erfolg wäre, selbst wenn ich danach wieder ins Bett oder aufs Sofa gehen würde.

3. Selbstmanagement ist viel mehr als Tools. In erster Linie geht es darum, die eigenen Prioritäten zu kennen und danach zu leben. Doch natürlich können Tools dabei helfen den Alltag besser und auch schneller zu bewältigen.

Meine Favoriten im Schnelldurchlauf:

  • Notizverwaltung und papierarmes Büro - Evernote
  • Aufgabenverwaltung - Todoist 
  • Kalender - Googlekalender
  • Ideen strukturieren Mindmeister
  • Projekte planen - Meistertask 
  • Mailen - Spark Mail App

3. Was empfiehlst du deinen Lesern und Hörern um mehr Zeit für private Dinge zu finden?

Ich rate zu einer Not-To-Do-Liste. Wir gestalten unseren Alltag entlang von Pflichten, Aufgaben und Terminen.

Viel wichtiger ist es sich zu überlegen, was man nicht mehr machen möchte!

Die meiste Zeit rauben uns meistens nicht die großen Projekte sondern die kleinen täglichen Zeitdiebe wie zielloses Fernsehen, Facebook scrollen oder Werbeblättchen lesen.


4.Wieviel Zeit konntest du „einsparen“ seit dem du dich mit dem Thema auseinander setzt.

Das ist eine gemeine Frage.
Denn seitdem ich zum Zeitmanagement blogge und podcaste, investiere ich auch wieder jede Menge Zeit in das Thema. Ich sag es mal so: Ohne ein funktionierendes Selbstmanagement hätte ich dafür keine Zeit neben meinem Beruf und der Familie.

Ich tippe, dass ich täglich etwa 2 Stunden einspare!

5.Sollten wir uns auch im privaten Bereich organisieren? Oder lebst du da ohne Unterstützung mehr in den Tag hinein?

Unbedingt. Wenn wir unsere Freizeit nicht planen wird unsere Zeit schnell von Anderen geplant.
Ich lege in meinem Kalender Zeiten für die Familie, für die Ehe und für mich selbst fest.

Diese Termine haben für mich eine höhere Verbindlichkeit als alle anderen Termine. Die Zeit, in der wir einfach mal so Zeit haben, ist eine Utopie. Zeit hat man nur, wenn man sie sich nimmt.

Ich schalte allerdings auch, wenn ich frei habe, gerne mein Handy aus und genieße eine Zeit ohne Tools und Benachrichtigungstöne.

6. Welche Software-Tools unterstützen dich bei der Entwicklung von neuen Ideen?

Ich habe es gerade schon kurz erwähnt. Meine neueste Entdeckung sind Mindmaps. Sie helfen mir meine Gedanken zu strukturieren und so nach und nach zu ergänzen bzw. zu verändern.

Dazu nutze ich gerne das Tool Mindmeister. Mit diesem Tool kann ich auch mit anderen zusammen an einem Projekt arbeiten und meine Gedanken super präsentieren.

Bietest du auch ein Partnerprogramm für deine Kurse an?

Ja, das mache ich. Wer darüber gerne mehr erfahren möchte und Interesse an einer Kooperation hat, kann sich gerne an mich wenden.

Benjamin Floer

Über den Autor:

Wenn du mehr zu den Themen Zeitmanagement, Produktivität und Effektivität erfahren möchtest, dann besuche Benjamins Blog oder höre seinen Podcast.

Benjamin Floer ist Theologe, Blogger, Autor, Ehemann und zweifacher Vater. Sein Blog hilft dir mehr Zeit zu haben für die Dinge, die dir wirklich wichtig sind.

Du bekommst auf seiner Seite wertvolle Tipps, Methoden und Tricks für ein zu dir passendes Zeitmanagement. Außerdem hilft Benjamin dir deinen Arbeitsalltag erfolgreich zu gestalten, dabei entspannt zu sein und so mehr Freude an deinem Beruf zu haben.

Klicke hier, um einen Kommentar zu hinterlassen